Western Australia Western Australia — geschrieben von anja @ 07:10
Western Australia wir sind da
Der groesste Bundesstaat Australiens - mit etwa 2 500 000 Quadratkilometern ist er damit sieben mal so gross wie Deutschland und hat eine Bevoelkerungzahl von weniger als zwei Millionen. Man kann also beruhigt feststellen dass genuegend Platz fuer jeden ist.
Nach langer, langer Fahrt durch das Northern Territory mit Abstecher in den Kakadu National Park und nach Darwin kamen wir in WA an und waren erst mal von den Preisen ueberrascht. Ein Flug ueber die Kimberleys (eines der letzen grossen Abenteuer, die Australien zu bieten hat) oder ueber die Bungle Bungles (erst in den 80ern von der weissen Bevoelkerung entdeckt) kosten mal gern 900 Dollar fuer 2 Personen. Da haben wir erst mal geschluckt und wollten auf eine Campingtour auweichen. Als uns dann bei der ersten Broschuere die Augen gross wurden (3000 Dollar!!!!!!!! Pro Person fuer drei Tage) haben wir uns schlichtweg gegen jedwede Unternehmung entschieden und somit bleiben diese australische Wahrzeichen von uns unentdeckt und wir haben ihnen von Weitem zugewunken.
Westaustralien
Wir waren schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wuerde, hatten wir doch schon so viele unterschiedliche Meinungen darueber gehoert.
Vor allem auf die einsamen Straende, die grosse Weite und Natur pur haben wir uns gefreut.
Da die Westkueste ja bei weitem nicht so besiedelt und touristisch erschlossen ist wie die Ostkueste hatten wir uns auf Einsamkeit und wenig Touris eingestellt; auf weniger Regeln und das man mehr oder weniger machen kann was man will.
Viele Australier, die wir in unserer Zeit an der Ostkueste getroffen hatten, meinten dass es super im Westen sei; man koenne einfach an den Strand fahren und sein Zelt aufschlagen. Nach einem 2-taegigen Stopp im schoenen aber auch recht vollen Broome wollten wir genau dieses tun und haben uns zum 80Mile Beach aufgemacht. 128km Strand hoerten sich einfach zu einladend an. Bald mussten wir zu unserem Bedauern feststellen, dass es auch in Westaustralien mit dem Strand campen nicht so einfach geht, wie alle behauptet haben. Da der highway sich konstant 10km im Landesinneren entlangzieht und das Land zwischen Strasse und Wasser einer handvoll Farmern gehoert, die ihren Besitz eingezaeunt haben, kamen wir ans Meer einfach nicht ran.
Durch einen Zufall haben wir doch noch eine Zufahrt entdeckt und auch wenn es nicht wild campen war, so war es doch direkt am Meer.
Bis auf diesen kleinen Abstecher hatten wir ansonsten genug Zeit das sogenannte Outback im wahrsten Sinne des Wortes zu erfahren und konnten nach tausenden von Kilometern fachmaennsich feststellen, dass es auch kein anderes ist als an der Ostkueste und im Northern Territory, vielleicht nur noch ein wenig groesser, roeter und staubiger.
Ningaloo Reef
Ansonsten gab es zwischen Broome und Exmouth nicht viel zu sehen und so fanden wir uns wenige Tage spaeter am Cape Range National Park wieder, von wo aus man das beruehmte Ningaloo Reef beschnorcheln kann. Nur wenige Meter vom Strand bauen sich die Corallen im tuerkisfarbenem Wasser auf und ganze Heeschaaren an Fischschulen umringten uns. Auch wenn das Wasser eisig war, haben wir uns nicht vom ausgiebigen Schnorcheln abhalten lassen – war es doch eine mehr als willkommene Flucht vor den Fliegen an Land.
„Die Beschuetzer des Paradieses“, so wurden die Fliegen von einer Rangerin im Kakadu National Park betitelt. Oh wie war, denn ohne die Fliegenplage waere das Ningaloo Reef nicht das was es ist. Keine Touristenmassen pruegeln sich um die schoensten Sonnenplaetze, keine Autolawinen die sich in Richtung Strand waelzen. Wir konnten die Schoenheit und erhohlende Wirkung der Natur ganz allein geniessen und nachts haben die Sterne nur fuer uns gefunkelt. Nach 2 Tagen haben uns die Mist-Fliegen dann doch vertrieben und wir kamen in Monkey Mia an.
Monkey Mia
Es ist beruehmt fuer seine Delfine und puenktlich um 8 Uhr morgens kamen sie dann auch an den Strand geschwommen um uns zu begutachten. Etwa 30 zitternde Touristen, die knietief im eisig kalten Wasser standen und auf irgendwas gewartet haben. Zusaetzlich gab es auch noch ein bisschen Fisch umsonst, da haben sich die Delfinmamas gedacht „nix wie hin“. Im Gegenzug standen wir da und haben uns ueber die zahlreichen Tierchen gefreut.
Da es dort ja schon recht herbstliche Temperaturen hatte, haben wir auf ein Bad im Meer verzichtet und uns damit zufrieden gegeben, einfach nur am Strand zu sitzten und die Zehen zu benaessen.
Pelkikane in Kalbarri
Dieses entzueckenden Fischerdoerfchen an der Kueste hat uns sehr gut gefallen, war es doch der erste Ort seid langem, wo uns die Fliegen nicht aufgefressen haben. Nicht nur unser Campingplatz war toll, auch die allmorgendliche Pelikanfuertterung war ganz entzueckend.
Als dann der von den Einwohnern lang ersehnte Regen eingesetzt hat, haben wir unser Haeuschen eingepackt und sind weiter in den Sueden.
Pinnacles Dessert
Die Pinnacles sind in Massen auftretende Stein-Bubbles, die sich auf einigen Quadratkilometern vom gelben Sand abheben. Entstanden sind sie durch jahrtausende lange Erosion. Der gelbe Sand hat sich immer mehr in das damals bestehende Steinfeld eingefraest und als Resultat sieht man heute die Reste als einzeln dastehende Steinformationen.
Da wir ja in der Nebensaison reisen, hatten wir die Tuermchen fast fuer uns alleine und konnten sie ungestoert bewundern und bestaunen.
Perth
Die isolierteste Grossstadt der Welt und Westausraliens Hauptstadthat uns sehr gut gefallen und auch Fremantle, die im Sueden angrenzende Hafenstadt hat uns begeistert. Aufgrund des schlechten Wetters mussten wir in eine Jugendherberge ausweichen, da wir nicht Gefahr laufen wollten vom Wind weggeweht zu werden.
Die Uebernachtung im YHA (internationale Jugendherberge) war ein Erlebnis fuer sich, dass uns eine Lehre werden sollte.
Es war ein Freitag abend und was machen die 18 bis 20 jaehrigen Rucksacktouristen da!!??? PARTY
Da wir aus Geldgruenden in einem 8-Mann-Schlafsaal gelandet waren, ging es dementsprechend zu. Nach einer halben Stunde lueften war der recht strenge Schuhmief, der von 8 Turnschuh-Paaren ausgestroemt wurde einigermassen ertraeglich und nach weiteren 10 Minuten Boden freiraeumen war dann der Weg zu unseren Stockbetten wieder zu erkennen. Wir wussten ja was zu erwarten war und lagen deshalb mit Ohropax in den Oehrchen im Bett, wurden aber trotzdem um 23.00 Uhr, 0.00 Uhr, 1.30 Uhr und 3.45 Uhr von unseren heimkehrenden Partyloewen geweckt. Relativ geraedert haben wir in der Frueh das Weite gesucht und waren um die Erkenntnis reicher, dass Schlafsaele nicht immer eine gute Loesung sind. Weiter ging es in den Sueden – in die Margaret River Region, um genau zu sein – beruehmt fuer ihre Weingueter und Weine.
WEINE
Aber da in Australien einfach alles anders ist, muss man sich die Weindegustation dementsprechend anders vorstellen. Aus hygienischen Gruenden darf man nicht in die Weinkeller, kann also nicht die wunderschoenen franzoesichen Eichfaesser bewundern, waehrend man den edlen Tropfen die Kehle runterrinnen laesst. Nein, wenn ueberhaupt gibt es einen Tresen an den man artig vortreten darf und am besten gleich eine ganze Kiste von dem Wein kauft, den man aeusserst sparsam eingeschenkt probieren durfte.
Glueckskinder die wir sind hatten wir Glueck und sind schliesslich doch noch an einen Menschen geraten, der seine Arbeit mit Freude und Herzblut macht und uns mit beidseitigem Vergnuegen saemtliche Weine zum Probieren gab, die zum kosten bereitstanden. Das hat uns dann doch wieder entschaedigt und wir kehrten beschwingt in unser Hostel in Augusta zurueck
Augusta
In diesem kleinen Fischerdorf haben wir uns 3 Tage im Steingemauerten Hostel eingemietet, da der orkanaehnliche Sturm, Dauerregen, Blitz und Donner, 3 Meter hohe Wellen und sogar Hagel ein Zelten am Campingplatz unmoeglich gemacht hat. Wir haben die Zeit genutzt und waren faul, hatten wir doch einen Fernseher im Zimmer und ein warmes Kaminfeuer im Aufenthaltsraum.
Unsere Geduld wurde belohnt und so hat uns am letzten Tag doch noch eine Buckelwal-Mama stolz ihren Nachwuchs praesentiert und ist stundenlang vor uns auf und ab geschwommen. Obwohl die Buckelwale nicht die allergroesten Wale auf der Welt sind, kamen sie uns RIESIG vor und wir wollten gar nicht mehr weg.
Als dann auch noch eine Delfinfamilie an den Walen vorbei geschwommen ist, wussten wir vor lauter Viechzeug gar nicht mehr wo wir zuerst hinschauen sollten. Was will man mehr?!
Nullabour-Plane
Unsere letzte Etappe in West-Australien: die Durchquerung der Nullabour-Plane. 1200 km insgesamt, mittendrin die Grenze nach Sued-Australien und sonst nicht viel mehr.
In den zwei Tagen Geradeaus-Fahren entstand dann auch dieser Reisebericht, da wir es bald ueberdruessig wurden unsere 4 CD´s rauf und runter zu hoeren, an Radiosender nicht zu denken war und Schilder zaehlen auch irgendwann langweilig wird.
Und so beschliessen wir das Kapitel West-Australien wie wir es begonnen haben. Mit endlosen Weiten, Kilometerlangem Fahren, einem grossen NICHTS, egal wo man hinsieht.
Alles in allem hat es uns sehr gut gefallen, auch wenn wir nicht sagen koennen, dass es besser war als die Ostkueste.
Genau das ist es irgendwie, was uns an Australien immer wieder ueberrascht und was uns so gut gefaellt: nichts ist, wie man es erwartet.
Wie es uns in Suedaustralien ergeht, kommt dann beim naechsten Mal.
Bis dahin sagen wir auf Wiedersehn, Anja und Tim
PS. fuer die Wenigen, die einen Kommentar abgeben wollen bzw. wollten: wir wissen nicht warum, aber diese Funktion ist gesperrt. Saemtliche Entsperrungsversuche sind leider erfolglos geblieben, keine Ahnung warum.

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