Tasmanien — geschrieben von anja @ 04:20
Die Geschichte Tasmaniens beginnt etwa vor 10 000 Jahren als der Meeresspiegel durch das Abschmelzen der damals herrschenden Eiszeit anstieg. Die Ureinwohner, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Gebiet des heutigen Tasmaniens lebten, wurden so vom Rest Australiens abgeschnitten. Dadurch bildete sich sowohl in ihrer physischen Erscheinung als auch kulturell und sprachlich ein erheblicher Unterschied zu den Aborigines des Festlandes aus.
Entdeckt wurde die Insel von dem niederlaendischen Seefahrer „Abel Tasman“ der sie 1642 „Van Diemen´s Land“ nannte.
In dem wohl schwaerzesten Kapitel europaeischer Kolonialgeschichte - fuer Siedler wie Ureinwohner - begann 1803 die Besiedelung Tasmaniens in Form einer beruechtigten Strafkolonie. Dies war der Anfang vom Ende der Urbevoelkerung.
Von den wilden und rauen Anfaengen ist allerdings heutzutage nichts mehr zu merken und die Insel praesentiert sich als aeusserst beschaulich und gemaechlich. Die Uhren ticken hier sogar noch eine Spur langsamer als auf dem Festland und da grad keine Schulferien sind und die Hochsaison erst in ein paar Wochen anfaengt, hatten wir fast alles fuer uns alleine.
Besonders ins Auge gefallen sind uns die sehr milden Regionen an der Ostkueste, die uns sehr an die Voralpen bei uns zu Hause erinnert haben. Ueberhaupt haben wir sehr wenig vom oft so verfluchten Wetter in Tasmanien mitbekommen, denn meistens praesentierte sich das Stiefkind Australiens in strahlendem Sonnenschein und mit warmen Temperaturen.
Ein Besuch in Tasmanien muss natuerlich in die hier noch fast unberuehrte Natur fuehren und so hatten wir uns einiges vorgenommen.
Bei unserer ersten Wanderung haben wir uns prompt verlaufen und so wurden aus 1,5 Stunden ganz schnell mal drei. Erschoepft und gluecklich haben wir trotz aller Hindernisse unser Auto mit schmutzigen Wanderstiefeln und nassen Popos wiedergefunden und wissen nun, dass man umkehren sollte, wenn man den Weg vor lauter Dschungel nicht mehr sieht
In den Tagen darauf gelang es uns aber immer besser mit der mangelhaften Wegbeschilderung, die so typisch fuer Australien ist, zurechtzukommen und wir haben unvergessliche Wanderung und Ausblicke geniessen duerfen.
Unsere Highlights fanden wir dann im Cradle Mountain National Park, in dem wir uns an die Besteigung des gleichnamigen Berges herangewagt haben. Leider mussten wir nach etwas mehr als der Haelfte wegen Regen, Sturm und Eiseskaelte umkehren.
Trotz dieses kleinen Rueckschlags fuehlen wir uns nun fuer Neuseeland gewappnet auch wenn es dort mehr als nur 1500 Hoehenmeter zu besteigen gilt.
Natuerlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, die Tierwelt hier naeher zu erkunden und wir konnten Enchidnas, Papageien, Falken, Kaengurus und Kookaburras bewundern.
Aber eine absolute Ueberraschung waren die Zwergpinguine von Bitcheno. Diese lustigen Gesellen kommen allabendlich an Land zurueck, um einen Teil der Beute an den Nachwuchs zu verfuettern. Da sie sehr zutraulich sind, konnten wir sie ungestoert dabei beobachten, wie sie sich in der Abenddaemmerung ihren Weg durch die wenigen Zuschauer gebahnt haben, um sich etwa 50 Meter landeinwaerts in die Buesche zu verkriechen. Sogar auf unserem Nachhause-Spaziergang konnten wir noch viele kleine Pinguine froehlich vor sich hinquiekend ueber die Strasse huschen sehen.
Ein weiteres faszinierendes Tier ist der weltbekannte tasmanische Teufel. Er ist gar nicht so furchterregend und wirkt mehr wie ein tasmanischer Teddybaer. Nur beim Fressen legt er los wie ein Grosser und hoert sich an wie ein wildgewordener Tiger. Diesem Schauspiel konnten wir allerdings nur in einem Wildlife-Park beiwohnen, da man den kleinen Teufel in freier Wildbahn nur sehr schwer zu Gesicht bekommt. Seid etwas zehn Jahren wird der Kleine von einer misterioesen Infektion heimgesucht, die ihn an die Grenze des Aussterbes bringt und so haben wir gerne das Eintrittsgeld gezahlt, da es zur Erforschung dieser Krankheit verwendet wird.
Am vorletzten Tag in Australien ist es uns tatsaechlich in einem abgelegenem Nationalpark noch gelungen ein weiteres typisch australisches Tierchen zu finden: die Wombats. Sie sehen aus wie kleine Baeren, ernaehren sich allerdings ausschliesslich von Gruenzeug und sind so scheu, dass man sie so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Da dieser Nationalpark bekannt fuer seine Wombats ist, konnten wir vom Baby ueber Teenager bis hin zu Muttertieren alle bewundern und besonders Anja hat sich stundenlang nicht von der Stelle geruehrt, um die kleinen Scheisser nicht zu erschrecken und sie so in Ruhe beobachten zu koennen.
Ihr seht also, wer Natur, Tiere und Blumen mag, fuer den ist Tasmanien zur Fruehlingszeit ein Paradies. Perfekte Temperaturen zum Wandern, die Tierwelt traegt seinen Nachwuchs mit sich rum und die Blumen leuchten in den schoensten Farben.
Wir wuenschen schon mal viel Spass bei der Urlaubsplanung,
Euere Tim und Anja

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