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Sydney ist die erste Station – was sonst?

Am 24. Februar 2010 um 8:00 Uhr morgens landete meine Maschine in Sydney. Die größte Stadt Australiens begrüßte mich mit bewölkten und verregneten 17 Grad Celsius. Egal – aus Erfahrungsberichten verschiedener Australien-Besucher wusste ich, dass Sydney die meisten auf diese Weise willkommen heißt. Alle erlebten eine schnelle Besserung. Ich war also keineswegs enttäuscht.

Ich wohnte in einem Hostel im Stadtteil Kings Cross. „The Cross“ ist das Partyviertel der Metropole und vor allem am Wochenende Anzugspunkt von Backpackern und „Sydneysidern“. Besonders empfehlenswert ist der Stadtteil zum Übernachten nicht, aber man lernt schnell neue Leute und die australische Partykultur kennen. Ich erlebte von Kings Cross aus ereignisreiche erste zehn Tage in Australien.

Dass Sydney eine Fülle an Sehenswürdigkeiten bietet, brauche ich nicht zu erwähnen. Daher will ich Euch nur einen kurzen Überblick darüber verschaffen, welche der Highlights ich in den ersten Tagen besuchte. Natürlich begab ich mich als erstes zum Circular Quay, dem zentralen Fähranleger, um Hafenbrücke und das UNESCO Weltkulturerbe Opernhaus zu sehen. Einen besonders schönen Blick hat man vom Mrs Macquaries Point:

 
 

Hoch im Kurs stehen bei mir die Royal Botanic Gardens unweit des Opernhauses, die zum Spazierengehen und Relaxen einladen. Hier trifft der Besucher den ein oder anderen gefiederten Gesinnungsgenossen:

 
 

Der Park ist sehr gemütlich und gepflegt. Vorsicht, nicht erschrecken: Mit Einbruch der Dämmerung schwirren unzählige Flughunde um den Besucher herum! Die Tiere sind jedoch harmlos.

Ein Muss für jeden Sydney-Besucher ist der Stadtteil Darling Harbour, ein zentrales Erholungsgebiet mit zahlreichen Shoppingzentren, Restaurants, Theatern und Museen (u.a. dem Australian National Maritime Museum). Zwei Tage nutzte ich, um drei weitere Stadtviertel zu erkunden, die ich sehr gemütlich finde: Darlington, Paddington und Surry Hills – alle südöstlich des Zentrums gelegen. In jedem Stadtteil locken unzählige kleine Läden, Cafés sowie Imbissbuden und Restaurants mit internationalen Spezialitäten. Wer dem City-Stress entkommen und relaxt bummeln will, ist dort richtig.

Erst nach einer Woche in Sydney schaffte ich es endlich zum Bondi Beach zu fahren, dem wohl berühmtesten Strand Australiens. Das Wetter hatte sich mittlerweile so positiv entwickelt, dass ein Sonnenbad bei über 30°C angesagt war. Wer Bondi Beach besucht, sollte auf jeden Fall den acht Kilometer langen Coastal Walk nach Coogee absolvieren. Wenn man sich wie ich unterwegs an dem einen oder anderen Strand niederlässt, benötigt man für die Strecke etwas mehr als drei Stunden. Die Blicke auf das blaue Meer und die felsigen Klippen sind phantastisch.

 
 


Die Australier sind bekannt für ihre vielen Festivals und Partys. Infolgedessen dauerte es nur wenige Tage, bis ich in Sydney das erste große Event miterlebte: Mardi Gras, eine Art Karneval inklusive einer großen Schwulen- und Lesbenparade, mit der Unruhen zwischen Homosexuellen und Polizisten in den 1970er Jahren gedacht werden soll. Das Ereignis ist für jedermann ein Anlass zu feiern: Hunderttausende Menschen verkleiden sich, säumen die Parade und gehen nach deren Ende in Clubs und Festzelten feiern.

Nach zehn Tagen in Kings Cross siedelte ich nach Manly im Norden Sydneys über. Ich beabsichtigte mich etwas vom Innenstadt- und Kings Cross-Trubel zu erholen, checkte aber in einem weniger angenehmen Hostel ein. Es war so schmutzig und ungemütlich, dass ich mich fast ununterbrochen draußen aufhielt (bei Sonne pur und Temperaturen von über 30°C ist das auch nicht so schwer). Manly bietet einen schönen langen Strand, der gemütlicher ist als Bondi Beach, und viele edle Urlaubshäuser. Zu Fuß ist der Sydney Harbour National Park zu erreichen. Er liegt auf einem ehemaligen Militärgelände. Die ehemaligen Militärgebäude verursachen eine etwas unheimliche Stimmung im Nationalpark.

 
 

Ich lief einen ausgeschilderten Wanderweg entlang. Hoch frequentiert besucht ist der Park nicht und die Natur nicht besonders spektakulär, aber durchaus tückisch: Ein sehr humorvoller elsternähnlicher Vogel fand es im Nationalpark anscheinend lustig, mir mein Picknickbrot aus der Hand zu greifen – mein erstes Diebstahl-Erlebnis in Australien!

Der Besuch in Manly rundete meine Entdeckungen und Erlebnisse auf der ersten Station meiner Australien-Reise ab. Von dort aus verließ ich Sydney in Richtung Blue Mountains…

Tobias Knoben