Sydney Hostel
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Sydney Hostel

Die Unterkunft

Sydney bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten einen Schlafplatz zu finden. Angefangen vom einfachen Bed & Breakfast bis hin zum luxuriösen 5-Sterne-Hotel. Für Backpacker scheint diese Stadt einfach wie gemacht zu sein. Es gibt sehr viele gute Unterkünfte die im Low-Budget-Bereich liegen.

Meine Unterkunft war das Pink House in Kings Cross. Ja, richtig gehört. Ich bin im sogenannten Rotlichtmilieu untergekommen. Um ehrlich zu sein, war mir das bei der Buchung gar nicht so richtig bewusst gewesen. Der Preis von 27 AUD pro Nacht in einem 6-Bett-Mädchenraum inkl. Frühstück hat gestimmt. Und ich als Nicht-Sydneysider hatte nicht wirklich ein Bild von den einzelnen Stadtteilen vor Augen.

Aber zu meiner Überraschung muss ich sagen, dass ich mich dort sehr sicher gefühlt habe. Gerade weil diese Gegend für gewisse Geschäfte bekannt ist, fährt dort rund um die Uhr Polizei. Man ist selbst nachts nie alleine und im Notfall ist immer jemand auf der Straße den man um Hilfe bitten könnte.

Dennoch ist es schon ein seltsamer Anblick, wenn abends die Lichter ausgehen und die Blinkwerbung für Nachtclubs und Bordelle an. Und an Prostituierte auf der Straße habe ich mich auch nicht recht gewöhnen können. Jedoch ist es in Kings Cross wahrscheinlich sicherer, als irgendwo im Outback ohne eine Menschenseele weit und breit. Zu diesem Gefühl hat auf jeden Fall auch das Polizeipräsidium gleich um die Ecke beigetragen.

Zur Unterkunft: Ich wurde mit einem Brief, indem mein Zimmerschlüssel war, an der Rezeption empfangen, da ich erst spät abends gegen 21 Uhr ankam. Das war das Erste was ich komisch fand. Denn im Gegensatz zu anderen Hostels hat das Pink House keine 24 h Rezeption. Nur für den Notfall standen zwei Handynummern da. Nach dem ich mich und mein Gepäck die Treppen hoch geschleppt  und endlich mein Zimmer gefunden hatte, begrüßte mich eine meiner neuen Mitbewohnerinnen auf Zeit sehr freundlich. Ich war beruhigt. Das nette Miteinander ist im gesamten Haus vorzufinden.

Der Umgang ist fast familiär. Jeder kennt Jeden und meist sogar bei Namen. Die Stimmung im Pink House ist sehr angenehm gewesen. Fast jeden Abend wurden gemeinsame Unternehmungen organisiert, sodass man, wenn man sich nicht in seinem Zimmer verbarrikadiert, ganz leicht neue Leute kennen lernt. Angeboten werden zum Beispiel gemeinsame Clubgänge, TV-Abende, BBQ draußen auf der Gartenterrasse etc.

Dadurch ist man, wenn man möchte, jeden Abend beschäftigt und kann mit Anderen Sydney erkunden. Die Leute sind auch  sehr nett und aufgeschlossen gewesen. Das Einzige Manko an diesem Hostel ist die Sauberkeit. Die Küche und auch das Bad wurden zwar öfters geputzt, aber irgendwie konnte man davon nicht wirklich viel sehen.

Auch die zweimal wöchentlich statt findende Zimmerreinigung, bestehend aus einmal Zimmer saugen, hätte man sich sparen können. Zumal das meistens gegen 9 Uhr morgens war und man danach senkrecht im Bett stand. Aber daran gewöhnt man sich und der hilfsbereite Umgang untereinander und das liebevolle Umfeld machen den Aufenthalt echt zu einem schönen Erlebnis. Internetnutzung ist an zwei Computern von morgens 7 bis abends 21 Uhr möglich. Man trägt sich vorher nur in einen Plan ein. Wer einen eigenen Laptop hat, kann auch gegen einmalig 2 AUD das Schlüsselwort erhalten und dann unbegrenzt via WLAN surfen.

Von der Lage ist das Hostel etwas weiter vom Hafen entfernt. Aber mit einer schönen Route durch den Botanischen Garten gelangt man ganz schnell zu den klassischen Sehenswürdigkeiten. Ein großes Einkaufscenter (Coles), in dem man wirklich alles kriegt, ist gleich um die Ecke, ca. 400 m entfernt. Die Leute an der Rezeption sind ebenfalls sehr freundlich und unglaublich hilfsbereit, was die Organisation von Touren oder die Beantragung von Taxfilenumber anbelangt.

Es liegen auch jede Menge Prospekte aus und für 0,50 AUD kann man Dokumente drucken lassen. Gegen 10 AUD Pfand erhält man Geschirr und im Kühlschrank hat man seinen eigenen Beutel für Lebensmittel. Waschmaschinen kann man für 3 AUD nutzen. Was mich besonders verwundert hat, ist der offene Umgang mit Handy, Laptop oder anderen Wertgegenständen. Dieses Hostel ist wirklich sehr sicher und Diebstähle kommen so gut wie nie vor. Insgesamt war der Aufenthalt sehr schön und entspannend, trotz mangelnder Hygiene.

Allerdings ist man ja auch nicht den ganzen Tag im Hostel, sondern eigentlich nur zum Schlafen da (wenn man da nicht feiern geht ).