Auslandspraktikum Erfahrungsberichte
Erfahrungen von Praktikanten während eines Australien Aufenthaltes.
Sydney - Meine Eindrücke über SydneySydney - Meine Eindrücke über Sydney
So nun bin ich immerhin schon 2,5 Monate in Australien und fühle mich so langsam bereit für ein Resumé.
Sydney ist eine Touristenstadt, wie sie im Buche steht. Allgemein kann man schon sagen, dass Sydney einfach eine Großstadt ist wie viel andere auch. Es gibt viele verschiedene Stadtteile und Vorstädte. Ganz Sydney und drum herum ist optimal mit Bus, Bahn und Fähre erschlossen. Viele Menschen, viele Jobs, Hafen und Flughafen. Und wie jede andere Großstadt hebt auch diese sich von anderen Großstädten ab und ist ganz anders.
Zum einen hab ich hier keine Armen viertel gesehen -was natürlich nicht heißt, dass es keine gibt, aber wenn es welche gibt, dann sind sie schwer zu finden. Auch die Bettler scheinen hier um einiges reicher zu sein als sonst wo. Und somit ist auch alles viel sauberer und aufgeräumter zumindest auf den ersten Blick. Doch auf den zweiten Blick sieht man sehr wohl die erschreckend hohe Kakerlaken Bevölkerung Sydneys. Bis jetzt ist noch nicht ein Tag vergangen an dem ich nicht mindestens 3 ( meistens mehr als 5) Daumengrosse Kakerlaken gesehen hätte. Und zwar ganz ohne nach ihnen zu suchen. Auf dem Land sind sie übrigens seltener.
Zum anderen dachte ich, dass die australische Kultur und Geschichte in Sydney nicht zu spüren sei. Natürlich gibt es Souvenirshops und Aborigines , die auf der Straße Didgeridoo spielen. Aber keine Cowboys oder Aborigines , die ganz normal in der Stadt leben. Aber jetzt meine ich ein wenig zu verstehen, warum das so ist. Ein Aussi hat mir erklärt, dass die australische Kulturentwicklung nicht wie in Europa in Kirchen, Gebäuden etc. Zu sehen ist, sondern dass die Natur, Landschaft und Tiere das Herz Australiens sind. Und das erscheint mir doch logisch. Denn was kann man groß in Australien machen? Warum kommen so viele Backpacker aus der ganzen Welt jedes Jahr hierher? SIGHTSEEING! Wegen der schönen Landschaft und den witzigen Menschen die hier leben.
Dieser Australier hat zu mir gesagt: Wenn Du wirklich was über Australien lernen willst, dann darfst Du nicht machen was alle machen. Sondern musst ins Outback gehen zu den Aborigines und mit ihnen leben, sie kennen lernen, ihre komischen Rezepte testen und ihre crazy Geschichten anhören. Leider haben wir dazu weder Zeit noch Geld. Deswegen meinte er weiter. Oder Du gehst in ein Pub gibst ein Paar Bier aus und lässt Dir alles erzählen!
Das erklärt, warum ich von meinem ersten Monat in Australien so enttäuscht war. Ich habe hier nicht das Gefühl von Abenteuer gehabt. Irgendwie hat sich alles was wir gemacht haben an gefühlt, als ob wir auf vor getrampelten Wegen wandern anstatt neue zu entdecken. Backpack für Anfänger mit viel Geld.
Das Innere Australiens ist einfach unbewohnbar und somit auch viel schwerer, erst Recht mit kleinem Budget, zu bereisen. Und somit haben die Australier die Backpacktouristen und Surftouristen zu ihrer Haupteinnahmequelle gemacht. Die Fläche Australiens beläuft sich auf ca. Die gleiche Fläche Zentral Amerikas doch die Population liegt hier bei nur ca. 20 Millionen!!! Leben kann man in Australien eben nur entlang der Küste, dementsprechend kann man das Hinterland auch nicht zum Anbau nutzen. Dazu fehlt schlicht weg Wasser. Eine Lebensgrundlage, die auch in den Städten immer knapper und somit zum Problem wird. Drum gibt’s für die Backpacker auch nur die Standardrouten, die aber leider nicht backpack billig sind, sondern die gleichen Preise wie in Deutschland haben. Wir haben das Glück zu 90 % bei Einheimischen zu wohnen, was uns schon bissl mehr hilft die Besonderheiten Australiens zu entdecken.
Doch auch ohne diesen Luxus wird man Qualitäten wie den australischen Humor nicht missen müssen. Die sind schon ein komisches Volk die Australier. In den Städten sind die Einheimischen z.B. Sehr gut zu verstehen. Sie haben sich wohl den vielen Asiaten zu liebe eine angenehme und gut verständliche Aussprache angewöhnt.
Außerdem sind die Aussies besser gelaunt als die Deutschen, was aber auch kein Wunder ist. So beläuft sich die Arbeitslosigkeit gerade mal auf 5 %. Auch sollten sich die deutschen an den Steuern der Aussies orientierten. Australien ist einfach reicher und hat noch viel mehr Potenzial als Deutschland.
In Sydney hab ich bei Crystall carwash gearbeitet, zusammen mit vielen anderen Backpackern. Man muss sich zwar ziemlich viel Scheiße anhören, aber man kann kommen und gehen wann man will und vor allem braucht man keine SpezialSkills.
Sydney ist wie schon erwähnt eine richtige Senioren Stadt. Als Senior bekommt man immer und überall Rabatte aber nicht als Jugendlicher.
Was mich total überrascht hat war die hohe Kriminalität in ganz Australien. Ich hatte davor noch nie gehört, dass es in Australien gefährlich sein könnte. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Ich habe viele Geschichten von Überfällen gehört, vielen wurden auch Sachen aus dem Auto geklaut und einem Backpacker aus Schweden wurde in der Zeit in der wir in Sydney waren mit einer Bierflasche der Hals aufgeschlitzt! Und auch wir haben in der ersten Woche gleich erlebt, wie vor einer Disco die Knarre gezückt und abgeschossen wurde! Und dass obwohl überall Überwachungskameras aufgestellt sind!

Australien Rundreise von Kathleen Pinkert
Reisebericht Down Under: Thailand, Sydney, Byron Bay - Miriam Theobald