Sydney Ankunft
Der erste Eindruck von Sydney
Ich kam spät abends in Sydney an und das erste was ich nur dachte war: „Wow, ich bin in Australien!“ Zugegeben, allzu viel war außer Rollfeld und Flughafenhalle noch nicht zu sehen, aber allein das Bewusstsein wirklich angekommen zu sein, war schon toll.
Im Flugzeug erhält man einen Schein, den man beim einchecken in Australien abgeben muss. Darauf hat man wieder einmal seine persönlichen Daten anzugeben, sowie Reisepass-und Flugnummer.
Weiterhin werden einem nochmals Fragen nach illegalen Absichten in Australien gestellt, die man natürlich mit „Nein“ beantwortet, sowie nach mitgebrachten Lebensmitteln, was strengstens untersagt ist. Nachdem man das Flugzeug hinter sich gelassen, die erneute Zollkontrolle überstanden, sein Gepäck vom Fließband abgeholt und dann nochmals eine Kontrolle des Reisepasses sowie des Scheins , den man im Flugzeug bekam, gemeistert hat, hat man es endlich geschafft und berührt wahrhaftig echten australischen Boden.
Das erste was ich wahrnahm war: „Verdammt ist das heiß hier“. Und ich kam abends an. Wie warm würde es dann erst tagsüber sein? Aber gut. Lange Jacke und den Pulli darunter ausgezogen, Trekkingrucksack aufgesetzt und los ging es. Der Flughafen war überwältigend voll und obwohl er relativ klein war, fiel es mir doch etwas schwer, mich zu orientieren. Nach gut 20 Minuten und einer sehr überteuert gekauften Flasche Wasser ( 0,5 l für 4 AUD) fand ich endlich den Zugang zur U-Bahn und einen großen Streckenfahrplan. Für mich waren alle Stationen fremd. Logisch. Doch da. Da war meine Station. Von Sydney Airport nach Kings Cross. Der Weg war gar nicht so weit. Nur einmal umsteigen. Nachdem mich der Automat aber nur komisch angepiept hat, ein paar seltsame Lichter schon alarmierend blinkten und es irgendwie ein unnormales Geräusch von sich gab, als wenn er jede Sekunde explodieren würde, entschied ich mich lieber zu einem der Schalter zu gehen und dort mein Ticket zu kaufen. Der Fahrkartenverkäufer war sehr nett und hat mir extrem hilfsbereit erklärt, wo ich hin muss und auf welchen Gleisen welcher Zug fahren würde.
Der Mann war der erste Australier mit dem ich geredet habe und ich muss sagen, Australier sind wirklich unbeschreiblich hilfsbereit und zuvorkommend. Man kann das wahrscheinlich nicht pauschalisieren, aber ich denke, es liegt schon in ihrer Mentalität. Meine nächsten Bekanntschaften haben das auch nur bestätigt. Ich kam mir vor wie der erste Mensch auf Erden. Allein schon mein Ticket richtig herum in die Schranke vor der U-Bahn zu stecken, schien ich nicht hin zu bekommen. Endlich geschafft.
Im richtigen Zug eingestiegen und los ging es.. Aber nur wohin? Ich muss ziemlich ratlos ausgesehen haben, wie ich da so auf den Fahrplan schaute. Jedenfalls sprach mich gleich ein älterer Herr an, wo ich den hin wolle. Daraufhin entwickelte sich ein ziemlich lustiges Gespräch mit 4-5 fremden Leuten in der U-Bahn und wie es der Zufall so wollte, wohnte die eine Frau in der Nähe und bot mir an mich zu meinem Hostel zu begleiten. Sie schrieb mir sogar ihre Nummer für den Notfall auf, aber bis jetzt brauchte ich die zum Glück nicht. Ich erhielt auch ein paar Tipps was ich mir angucken sollte, so zum Beispiel Manly und Sydney sei eh am Schönsten von der Fähre aus, meinte sie.
Der Weg zum Hostel dauerte nicht lange, war für mich aber sehr , nun ja, es war ein kleiner Schock. Wie gesagt, ich wohnte in Kings Cross. Rotlichtviertel. Das erste was ich wahr nahm war ein mieser Geruch nach Urin aus dem U-Bahnschacht kommend. Dann sah ich einen Betrunkenen Aborigine auf mich zu stolpern und ein weiterer Blick viel auf eine Prostituierte die sich vor einem Club anbot.
Mein Gesichtsausdruck musste Kate so Einiges verraten haben, denn sie erklärte mir gleich, dass viele Aborigines hier keine Arbeit fänden und obdachlos seien, dieses Viertel dafür bekannt war eine dubiöse Szene zu haben. Ich war platt. Aber so erschreckend ich das alles auch fand, genoss ich das Gefühl, endlich in Australien unterwegs zu sein. Geschafft. Das Hostel lag vor mir, Kate verabschiedete sich ganz herzlich und wünschte mir alles Gute und ich betrat mein neues zu Hause auf Zeit. Doch kam ich erst gar nicht rein. Es war schon fast halb zehn und um diese Uhrzeit braucht man einen Code um die Eingangstür zu öffnen. „Super“, dachte ich nur.
Zum Glück halfen mir ein paar nette Mithostelbewohner, öffneten mir die Tür und brachten mich zur Rezeption. Dort wartete ein Brief mit meinem Namen auf mich, indem sich mein Zimmerschlüssel befand. Und wieder einmal stellte ich mich an und fand Zimmer 14, mein 6-Bett-Mädchen-Zimmer, nicht. Aber auch diesmal waren Mitbewohner sehr hilfsbereit und zeigten es mir. Ich muss sagen, der familiäre Ruf und der freundliche Umgang in dem Hostel „Pink House“ hatte sich schon in den ersten paar Minuten für mich bestätigt. Im Zimmer traf ich eine meiner Mitbewohnerinnen. Sie war aus den USA und meine erste Nacht hier, war ihre letzte. Wie unterhielten uns und auch sie war sehr aufgeschlossen und freundlich.
An dem Abend lernte ich noch weitere Mitbewohnerinnen kennen, versuchte mich zum ersten Mal mit meinem Englisch auszudrücken und war eigentlich nur froh eine kalte Dusche nehmen zu können und schlafen zu gehen. Ein guter Start.

Studieren in Australien

