South Australia
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South Australia South Australia — geschrieben von anja @ 01:37

South Australia hat uns sehr ueberrascht, fanden wir dort all das was wir uns von Western-Australia erhofft hatten.

Das einsame Campen am Strand, raue, steile Kuestenabschnitte und das Outback auf dem Weg nach Coober Pedy.

Worauf wir ueberhaupt nicht vorbereitet waren war das kalte Wetter. In Western Australia war es fuer uns herbstliches Wetter mit Regen und Stuermen das uns von den Campingplaetzen weg und in die Hostels getrieben hat. In Sued-Australien war es der Winter, der unseren Campingabenteuern endgueltig ein Ende bereitet hat. Tagsueber hatten wir meist Sonnenschein, zeitweise ein bisserl Regen, aber im Allgemeinen recht angenehm, aber abends war es dann nur noch kalt. Auesserst ueberrascht mussten wir auch feststellen, dass die Hostels und Haeuser keine richtige Heizung haben und wenn man Glueck hat, findet man ein Kaminfeuer zum Waermen. Wenn man noch mehr Glueck hat, wird der Gemeinschaftsraum mit einem Holzofen beheizt und wenn Weihnachten und Geburtstag zusammenfallen gibt es einen elektrischen Heizstrahler im eigenen Zimmer. Die Umstellung auf den Winter und unsere letzten Camping-Abenteuer hatten uns auch noch eine Erkaeltung und eine leichte Blasenentzuendung beschert, welche aber beide inzwischen wieder auskuriert sind. Aber nun zu den tollen Sachen, wir wollen ja nicht, dass Ihr denkt, wir haben keinen Spass.

 
 

Wale, Wale, Wale

Gleich ein paar hundert Kilometer nach Grenzueberschreitung wartete schon das erste highlight Suedaustraliens auf uns: Head of Bight, der groesste Tummelplatz der Wale in Australien. Genau zu unserer Zeit, also im Winter, pausieren sie in dieser Bucht, um ihre Babies zu bekommen, sich zu erholen, zu paaren und ein bisschen zu raufen.

Dementsprechend ging es dann auch zu und wir haben stundenlang den Mamas zugeschaut, wie sie ihren Kleinen Unterricht gegeben haben. Es braucht schon etwas Uebung um die Welle richtig zu reiten und auch das alleine schwimmen will gelernt sein.

Schweren Herzens ging es weiter zur Eyre Peninsula, ein wirklicher Geheimtip, wie wir finden.


Eyre Peninsula

Diese Halbinsel wird im Winter von so gut wie keinen Touristen besucht, da man nicht im Meer schwimmen kann und alle die Abkuerzung weiter oberhalb am highway entlang nehmen.

Also hatten wir die ganze Halbinsel so gut wie fuer uns alleine! Nachdem wir einen Abstecher zu Australias einziger permanenter Seeloewenkolonie gemacht hatten, haben wir unser Zelt direkt in den Duenen am Meer aufgebaut und sind weich gebettet mit dem Sand unter uns und dem Rauschen des Meeres eingeschlummert. Es war zwar schon a weng frisch, aber wir hatten ein Feuerchen und auch die Schlafsaecke haben uns schoen gewaermt.

Obwohl die Halbinsel hauptsaechlich fuer die Schafzucht genutzt wird und sich endlos weite Wiesen erstrecken, fehlt es ihr nicht an Scharm und sie wirkt relativ unbesiedelt. Wir haben uns zeitweise ein wenig wie in England gefuehlt, leider auch mit dementsprechenden Wetter.


Coober Pedy

Da wir schon soviel von dieser Opal-Stadt gehoert hatten, haben wir uns es nicht nehmen lassen ihr trotz der grossen Entfernung einen Besuch abzustatten. Wir wollten unbedingt mal unterirdisch Zelten und so haben wir uns auf gemacht, die 535km (einfach wohlgemerkt) hinter uns zu bringen. Dazwischen gab es dann auch nicht viel und so waren wir sehr ueberrascht als uns in der kleinen Stadt eine voellig andere Welt erwartet hat. Seit 1915 ein Junge ueberraschend ein paar Opale ausgebuddelt hat, hat dieses einsame Stueck Land Gluecksuchende aus aller Herrenlaender angelockt. Momentan zaehlt die Stadt 45 unterschiedliche Nationalitaeten , von vielen Griechen, Kroaten, Russen ueber Oesterreichern bis hin zu (natuerlich) Deutschen, und noch viele, viele mehr.

Mittlerweile hat sich neben dem Buddeln in Maulwurfhoehlen die Tourismusbranche zum zweiten Standbein entwickelt und auch ein wenig Infrastruktur in die Gegend gebracht. So wurden neben einigen Hollywoodstreifen auch richtige Haeuser produziert und es gibt mittlerweile sogar so etwas wie ein Stadtzentrum. Doch das wahre Coober Pedy erstreckt sich etwas ausserhalb, denn nur hier kann man die originalen Dugouts (Untergundwohnungen) bewundern. Viele ehemalige Mienen wurden einfach etwas geraeumiger ausgebaut, und mit allem was zu einem richtigen Haus dazugehoert ausgestattet. Nur die Klimaanlage und die Heizung kann man sich sparen denn es herrscht fast immer eine herrlich angenehme Temperatur ein paar Meter unter der Oberflaeche. Und das alles fuer nur etwa 70 000 bis 80 000 australische Dollar.


Flinders Ranges

Die hier gewaehlte Ausgangposition fuer unsere Erkundungen durch diese wunderschoene Gebirgsregion (fuer australische Verhaeltnisse) war Quorn. Dieses kleine verschlafene Nest hat uns von Anfang an bestens gefallen. Die alten Haeuser, das ausgestorbene Strassenbild,

eben der Charm der Vergangenheit. Wir denken ihr koennt es euch besser vorstellen wenn wir hinzufuegen das die Hauptattraktion (die einzige) der Stadt eine alte Dampfeisenbahn ist die regelmaessig an Samstagen!!! Aufbricht um jung und alt ein Laecheln ins Gesicht zu zaubern. Als wir dann noch in unserem Hostel komplett alleine waren haben wir erst mal einen schoenen gemuetlichen Fernsehabend mit ganzen vier Programmen eingelegt und uns zu unserem Fund beglueckwuenscht (es gab uebrigens einen Heizstrahler).


Barossa Valley

Diese Region, nicht weit von Adelaide, produziert einige der besten Weine ganz Australiens. Und so haben wir es uns natuerlich nicht nehmen lassen unser Glueck aufs Neue zu versuchen. Da wir in Western Australien - in der Magaret River Region um genau zu sein - etwas enttaeuscht warenk, kamen wir hier voll auf unsere Kosten. Die Weingueter in dieser Region sind bis zu 150 Jahre alt und haben dadurch etwas mehr an Historie, Flair und wie wir finden auch Liebe zum Detail zu bieten. Wir schauten uns ausgiebig um und haben mit unserer Besichtigung in der Seppelt Winery einen Volltreffer gelandet. Die historische Fuehrung war super und da wir die einzigen Touristen waren, hatte die nette Dame auch genuegend Zeit fuer uns und unsere Fragen. Geschlafen haben wir im wohl schoensten Hostel ganz Australiens mit nur zwei Zimmern und inmitten eines der besten Shiraz-Anbaugebiete der Region.

Beseelt und hocherfreut und vielleicht auch noch ein wenig bewschipst vom vielen Probieren ging es nach zwei Tagen weiter Richtung Adelaide.
 

Die Hauptstadt Suedaustraliens hat uns, um ehrlich zu sein, nur am Rande interressiert. Haben wir doch schon so viele tolle Eindruecke in diesem fuer uns ueberraschend schoenen Bundesstaat gesammelt. So ging es direkt in Richtung Grenze nach Victoria. Dem letzten Festlandstaat der noch darauf wartet von uns erkundet zu werden.

Als wir vor ein paar Tagen mal wieder  glueckseelig vorm Kaminfeuer in einem schoenen Hostel direkt an der Kueste sassen, haben wir uebereinstimmend festgestellt,  dass wir selten so viel gefroren haben wie in Australien.
 

Genug der Worte, das Kaminfeuer ruft,

einen schoenen Sommer noch wuenschen

Eure Eiszapfen Anja und Tim
 

Wie Ihr sehen koennt, lassen wir uns vom australischen Winter nicht unterkriegen.