New South Wales — geschrieben von anja @ 02:09
Mittlerweile sind wir in Cairns (Nord Queensland) eingetrudelt und werden hier versuchen unseren gelebten Luxus und die damit verbundenen Ausgaben wieder reinzuarbeiten.
Nachdem wir in der ersten Woche unserer Reise mit unserem Jacky bereits dreimal in der Werkstatt eingekehren mussten, wissen wir nun, dass unser Cowboy etwas fusslahm und nicht so fit ist wie er aussieht.
Wir waren gezwungen in Canberra (der wohl langweilisten Stadt in Australien) fuer 4 Tage zu pausieren, da bei unserem Glueck natuerlich auch das Ersatzteil an den falschen Ort geliefert wurde. Das alles hatte leichte Depressionen, totale Ernuechterung und die Erkenntnis zur Folge, dass wir zu den 50 % gehoeren, die beim Autokauf ueber den Tisch gezogen wurden.
Zu unserem ungluecklichen Haendchen mit der Wahl unseres Autos kam dann auch noch dazu, dass aufgrund extremer Wasserknappheit und Regenmangel viele Waldbraende am feuern waren, was uns leider davon abgehalten hat den Mount Kosziusco -Australiens hoechsten Berg- zu erklimmen. Wegen der anhaltenden Regenlosigkeit im Landesinnerren (nicht in Sydney, wie Ihr ja bereits wisst) waren leider auch die einst bezaubernden Flusslandschaften und Seen mit denen die Nationalparks werben, ausgetrocknet und wir mussten weiter ziehen.
Zu guter letzt hatten wir auch ein kleines Problem mit dem Finden unserer Schlafstellen, da wir uns mitten in den Schulferien befanden und halb Australien am Reisen war.
Ois net so leicht....
Aber wir haben gekaempft und nach ein paar Traenen beim weiblichen Teil von uns und ein paar Kraftausdruecken von der maennlichen Seite haben wir alle Probleme und Widrigkeiten hervorragend gemeisstert und ueberstanden.
Aber nun genug der Jammerei und nun zum schoenen Teil.
Hier unsere total tollen Reiseerlebnisse, damit auch ihr seht wie wunderbar Australien ist.
Fuer die Interessierten hier kurz unsere Reiseroute zum besseren Verstaendnis:
Von Sydney an der Kueste entlang in den Sueden bis zur Grenze nach Victoria, von dort ueber die Snowy Mountains und den Kosziusco Nationalpark nach Canberra. Nach dem Reparaturstop dort, weiter ueber die Blue Mountains zurueck an die Kueste noerdlich von Sydney und dann immer am Wasser entlang bis Brisbane.
Die Koalabaerchen haben sich bis jetzt leider noch vor uns versteckt und alles Kopfverrenken und Baeumeabsuchen blieb ergebnislos, aber dafuer sind die Kaengerus mittlerweile zu unseren Freunden geworden. Ueberall wo man hinschaut, wird gehuepft, gefressen und an sich rumgekratzt, denn leider sind diese suessen Tierchen total verlaust und voller Zecken. Was uns natuerlich nicht davon abgehalten hat, ihre Naehe zu suchen und sie hinter den Oehrchen zu kraulen.
Einige der Kaenguru-Damen haben auch ihren Beutel mit einem Mini-Kaenguru gefuellt, welches manchmal rausguckt, was wiederum in regelmaessigen Abstaenden kleine Entzueckungsschreie bei unserem weiblichen Teil zur Folge hat.
Aber Australien hat ja noch so viele Tiere mehr zu bieten: Kleine, freche Opossums, die nachts aus ihren Verstecken kommen, um unser Essen zu mopsen, stattliche Iguanas (1.5 Meter lange Eidechsen), die auch hoffen, dass was fuer sie abfaellt, viele viele Papageien, was den maennlichen Teil von uns sehr begeistert, Dingos die zwar aussehen wie Hunde,aber definitiv keine Haustiere sind.
Natuerlich duerfen auch die handgrossen Spinnen nicht unerwaehnt bleiben, deren Netzen man beim abendlichen Gang zur Toilette gewissenhaft ausweichen sollte. Zu Guter letzt unsere ganz speziellen Freunde, die „Mossis“ wie der Australier sie liebevoll nennt.
Die kleinen Blutsauger gibt es ja ueberall auf der Welt, obwohl wir es wagen die Behauptung aufzustellen, dass sie hier besonders laestig sind.
Was uns auch immer wieder ueber den Weg laeuft, ist eine ganz eigene Art des australischen Pensionaers. Viele der aelteren Herrschaften hier verkaufen Haus und Hof und tauschen es gegen ein riesisges Wohnmobil oder einen 5-Sterne Campinganhaenger ein, mit dem sie dann das Land bereisen. Da sie niemals in Eile sind und sich gerne mitteilen, sind junge Touristen aus Europa ihre bevorzugte Zielgruppe. Leider haben sie oft einen dermassen starken Akzent, dass wir sie kaum verstehen und einfach mitlachen, wenn es angebracht erscheint. Ihre zweitliebste Beschaeftigung ist uebrigens Golfen am Strand, was sie mit der ihnen ueblichen Ruhe und Ausdauer betreiben. (an dieser Stelle liebe Gruesse an unseren Junior-Golfer Frank)
Was uns hier immer wieder begeistert ist die Natur und ihre Unberuehrtheit. Kilometerlange Sandstraende, die sich in den Nationalparks verstecken und nur fuer uns zwei dazusein scheinen. Keine Menschenseele weit und breit.
Romantische Sonnenuntergaenge am Strand mit einer leichten Briese, einsame Schotterpisten mitten im Nirgendwo, auf denen einem alle Stunde mal ein Auto begegnet. Obwohl New South Wales und Queensland fuer australische Verhaeltnisse sehr bevoelkert sind, findet man doch immer wieder einsame Flecken, ohne irgendwelche Zeichen von Zivilisation.
Was uns allerdings recht geschockt hat, war Surfers Paradise im Sueden von Queensland an der Goldkueste. Jetzt wissen wir auch, dass der Name sich nicht auf die goldene Kueste bezieht, sondern schlicht und einfach darauf, dass hier der Rubel rollt. Ein Mini-Las Vegas drueckt sich direkt am Strand entlang ueber Kilometer hinweg, Hochhaeuser, Casinos, Bars, Einkaufszentren soweit das Auge reicht.
Wir kamen dort mit der naiven Vorstellung an, dass es sich um ein verschlafenes Nest mit ein paar passionierten Surfen handelt, wo man Spass haben kann und sich am Meer erfreut. Weit gefehlt! Wir sind nur schnell durchgefahren, weil das so gar nicht nach unserem Geschmack ist und haben doch noch ein kleines verschlafenes Fischerdorf gefunden, wo wir unser Camp aufgeschlagen haben.
Trotz anfaenglicher Schwierigkeiten sind wir weiterhin auf Achse und entdecken fleissig Australien. Die naechste Etappe fuehrt uns quer durch Queensland, so Jacky will und nicht schlapp macht.Drueckt uns die Daeumchen, dass er weiterfaehrt und alles gut geht.
Anja und Tim

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