Canberra
Canberra ist eine Reise wert!
Bei der Buchung meiner Übernachtung in Canberra vom 12. auf den 13. März war ich erstaunt, wie viele Herbergen komplett belegt waren. Lockt die Hauptstadt doch mehr Touristen an als vermutet? Als ich dort ankam, leuchtete mir der Grund sofort ein: Jedes Jahr im März feiert die Stadt mit dem Canberra-Festival eine Woche lang ihren Geburtstag. 2010 war es der 97. Über die gesamte Stadt verteilt gibt es Angebote und spezielle Attraktionen. Besonders groß ist das Festival nicht. Am letzten Abend – dem meiner einzigen Übernachtung – finden jedoch ein Konzert und ein Feuerwerk statt, die viele junge Besucher anlocken und die Hostels füllen.
Auch mit Festival und ausgebuchten Herbergen ist nicht viel los in Canberra. Die Bordsteine werden früh hochgeklappt und Pubs gibt es im Zentrum nur sehr wenige. Auf junges Publikum wirkt die Hauptstadt abweisend. Einen Kurz-Aufenthalt empfehle ich allerdings jedem Backpacker. Denn kulturell hat Canberra einiges zu bieten.
Die Hauptstadt wurde ab 1908 ungefähr auf halbem Weg zwischen Sydney und Melbourne künstlich aus dem Boden gestampft, weil sich die beiden Metropolen untereinander nicht auf einen Regierungssitz einigen konnten. In der Folge wuchs die Innenstadt in symmetrischer Form. Den Focus bildet das neue Parlamentsgebäude.
Das Stadtzentrum wird von mehreren in Oktagonform angelegten Straßen umrahmt, die alle gleich aussehen, so dass ich mich jedes Mal (!) verlief. Auf dem gesamten Stadtgebiet, das von viel Grün gesäumt wird, sind nur zwei Gebäude älter als 80 Jahre. Ich habe noch nie eine so künstlich wirkende Stadt gesehen. Dieses Stadtbild kennt man aus Deutschland nicht. Alleine diese Neuartigkeit macht einen Besuch attraktiv. Mich hat es fasziniert…
Welche Sehenswürdigkeiten befinden sich in Canberra? Zuerst besichtigte ich das Parliament House auf dem Capital Hill. Es löste 1988 das Old Parliament House als Sitz der Legislative ab. Die Innenräume (auch Senat- und Repräsentantensaal) können kostenlos besichtigt werden, was man sich nicht entgehen lassen sollte. Auf der Spitze des Gebäudes weht eine riesige und weit sichtbare australische Flagge.
Auf einer Halbinsel im Burley Griffin-See, der großen künstlichen Wasserachse mitten in der Stadt, steht das Australian National Museum. Dort erfuhr ich einiges über Geschichte und Menschen des Kontinents. Meine letzte Tour führte mich zum National War Memorial. Entlang einer Allee befinden sich mehrere Gedenkstätten. Jede einzelne erinnert an einen Krieg, in dem australische Soldaten gefallen sind. Im größten Bau wird den Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht.
Ich habe es nicht bereut, einen Zwischenstopp in Canberra eingelegt zu haben und rate jedem Backpacker, es mir gleich zu tun.
Tobias Knoben

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