Blue Mountains
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Blue Mountains

Der City entfliehen: Drei Tage in den Blue Mountains

 
 

„Man sieht vor lauter Touristen den Felsen nicht mehr.“ Damit ist die Situation auf der Plattform, die die Aussicht auf die berühmtesten „Bewohner“ der Blue Mountains – die Three Sisters – bietet, zutreffend beschrieben. Die einzigartige Felsformation lockt jährlich Millionen Touristen in das Mittelgebirge, das allerdings noch viel mehr zu bieten hat: unter anderem einsame Wanderwege, wunderschöne Aussichtspunkte und eine Museumseisenbahn.

Ich checkte in einer Herberge in der Kleinstadt Katoomba ein, die von Sydney nach zwei Stunden Fahrt mit der „Blue Mountains“-Zuglinie zu erreichen ist. Katoomba ist sowohl „Three Sisters“-Spot als auch Ausgangspunkt vieler Wanderwege entlang der Berghänge und in die Täler. Ich schnürte direkt nach der Ankunft meine Wanderschuhe und erkundete das Terrain ohne Hilfsmittel wie Berg- und Seilbahn (zwei weitere Attraktionen Katoombas) zu benutzen. Schmale Pfade führten mich an Wasserfällen wie den Leura Cascades vorbei.

 
 

Die Umgebung der Stadt ist bei weitem nicht so überlaufen wie die „Three Sisters“. Steile, steinige Wege machen die Blue Mountains nicht für jedermann begehbar. Infolgedessen kann sich der Wanderer über verborgene Aussichtspunkte auf den endlosen Eukalyptuswald freuen, dessen blauer Dunst Namensgeber des Mittelgebirges ist.

 
 

Lohnenswert ist ein Gang zum „Ruined Castle“. Hierbei handelt es um eine Felsformation, die wie eine Burgruine aussieht und von einem kleinen Hügel aus dem Wald emporragt.

Mein Reiseführer prophezeite nicht nur Wandermöglichkeiten in den Blue Mountains. Als Eisenbahnfan interessierte mich besonders die Museumseisenbahn „Zig Zag“. Sie ist ein Überbleibsel der ersten Eisenbahnstrecke durch die Blue Mountains, die in den 1860er Jahren zum Transport von Menschen und Bodenschätzen gebaut wurde. Die Schmalspurbahn verlief an im Zick-Zack, um die Höhenunterschiede in den Bergen zu überwinden.

Bereits die Anfahrt ist ein Highlight, vorausgesetzt man reist mit dem Zug (ca. eine halbe Stunde von Katoomba). Es existiert ein eigens für „Zig Zag“ errichteter Bedarfshalt, dessen Bahnsteig so kurz ist, dass er nur durch die letzte Tür des Zuges betreten werden kann. Nicht weniger amüsant wurde es auf der Rückfahrt: Einer der potenziellen Mitfahrer muss mit einem grünen Schild winken, das dem Lokführer signalisiert anzuhalten.

Die kleine Museumsbahn fährt nur eine kurze Strecke, für die sie allerdings mehr als eine halbe Stunde benötigt. Alle Mitfahrer erhalten einen Eindruck, wie mühselig die Bergsteigen im 19. Jahrhundert waren. Dem Zug ist eine originale Dampflok vorgespannt.

 
 

Ich genoss die drei Tage in den Blue Mountains in vollen Zügen (nicht nur in einer vollen „Zig Zag“). Mit frisch aufgetankter Kraft nach meinem Sydney-Aufenthalt konnte es über Canberra in eine andere Metropole gehen…

Tobias Knoben